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Kranichstein 2009

 

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Dem Duft auf der Spur

Traumwetter bei der 4. Kranichsteiner Schleppjagd, an der über 40 Reiter mit den Beagles der Vogelsberg-Meute teilnahmen.

Vor 301 Jahren hat auf Kranichstein die erste Schleppjagd stattgefunden. 2006 ließ Konsul Bernd O. Ludwig, Geschäftsführender Gesellschafter des Hotel Jagdschloss Kranichstein und Ehrenjagdherr, diese Tradition wieder aufleben. Mit Erfolg. In diesem Jahr wurde zum vierten Mal zu Darmstadts gesellschaftlich-sportlichem Ereignis N° 1 geblasen, an dem über 40 Reiter mit den 36 Beagles der Vogelsberg-Meute teilnahmen. Die Schirmherrschaft hatte der Hessische Ministerpräsident Roland Koch übernommen. Nach der stimmungsvollen Hubertusmesse mit Pfarrer Trusheim und seiner Gitarre unter strahlend blauem Himmel im Parforcehof des Jagdschlosses versammelten sich Reiter, Meute, Gäste und Zuschauer vor dem Jagdzeughaus und warteten auf das Kommando zum Abritt auf die rund 18 Kilometer lange Strecke durch den Kranichsteiner Forst.

Die quirligen Beagles kennen das lauthals gerufene „Horrido!“ schon und ab ging die Post. Jagdherr Ernst von Schwerdtner, der Senior unter den Reitern, legte die Schleppe, der die Meute in rasantem Tempo folgte – immer dem Duft auf der Spur. Während die Gäste – unter ihnen Repräsentanten des Frankfurter Konsularischen Korps, aus Politik, Wirtschaft und Kultur – auf den Rollen der Darmstädter Bauern und in Wagen der Darmstädter Mercedes-Benz-Niederlassung die Schleppjagd begleiteten, flogen die Beagles schier über Wiesen, Felder und Waldwege und ließen oft das Reiterfeld weit hinter sich. An verschiedenen Stopps, an denen Jagdherr Georg Diehl fachkundig Wissenswertes zur Schleppjagd erzählte, sah man die flinken kleinen Jagdhunde noch nicht, aber man hörte schon ihr helles Geläut. Und so schnell sie auf die Zuschauer zuflitzten, so schnell waren sie auch schon wieder weg. Dann vibrierte der Boden unter den Füßen der Pferde, die Reiter waren in Sicht, hatten sie doch auf der Strecke einige Hindernisse zu überwinden. Eines davon war der so genannte Schafstall, offensichtlich von manchem Pferd nicht unbedingt beliebt. Denn eines betrat über den offiziellen Eingang den Stall, sprang aber raus und zeigte somit allen, dass es beide Ein- und Auslassvarianten beherrscht.

Musikalisch wurde die Jagd während der ganzen Veranstaltung begleitet von der deutsch-französischen Bläsergruppe Rallye Trompes Moselle-Sarre und der Bläsergruppe des DRV. Auf der Dianaburg lud das Hotel Jagdschloss Kranichstein zu einem kulinarischen Zwischenstopp bei herzhaften Schmankerln und erfrischenden Getränken. Eine angenehme Erholungspause für Mensch und Tier und ein harmonisches Bild für die Fotografen.

Die Beagles allerdings standen schon wieder in den Startlöchern und wollten weiter. Ahnten sie, was sie am Ziel – dem Jagdzeughaus – erwartet? Dort hatten sie nach dem traditionellen Halali längst ihr Curée geschnuppert und entdeckt. Es lag in Sichtweite. Aber erst der Pfiff gab ihnen den letzten Spurt frei. Die Reiter erhielten als Dank aus der Hand von Annette Ludwig die Brüche, ein Eichenblatt mit grün-weiß-karierter Schleife.

Veranstalter waren das Hotel Jagdschloss Kranichstein, die Darmstädter Kulturgesellschaft Kranichstein e. V. und die Vogelsberg-Meute e. V. Die Jagdleitung lag in den bewährten Händen von Forstdirektor Hartmut Müller, Master of Hounds war Hans Nimrichter. Unterstützt wurde die Schleppjagd vom Darmstädter Reiterverein DRV Kranichstein, der Stiftung Hessischer Jägerhof und der Radeberger Gruppe KG.

Auch das ist inzwischen Tradition: Zum Abschluss präsentierte Walter Reinhart, Chef der Falknerei Ronneburg, Flugvorführungen mit verschiedenen Greifvögeln, darunter einem sibirischen Uhu und einem Falken und erläuterte Interessantes über das Verhalten seiner Tiere in der Falknerei. Dieses Mal blieb der Uhu gehorsam, hatte er doch im vergangenen Jahr einen Extra-Ausflug aufs Dach gemacht und sich die Show von oben angesehen.

Kulinarisch ging die 4. Kranichsteiner Schleppjagd auf dem jagdlich geschmückten Marktplatz mit vielen Köstlichkeiten zu Ende. Die Tradition auf Kranichstein wieder aufleben zu lassen und zu pflegen, liegt Konsul Bernd O. Ludwig, Hausherr des Hotel Jagdschloss Kranichstein, am Herzen. So viel ist sicher: Nach dem großen Zuspruch zur 4. Kranichsteiner Schleppjagd muss eine fünfte folgen – nur der Termin für 2010 steht noch nicht fest.

Darmstadt, 2. September 2009

Hotel Jagdschloss Kranichstein

Darmstädter Kulturgesellschaft Kranichstein e.V.

 


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