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Kranichstein 2006

 

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Eine Schleppjagd wie im Bilderbuch

Die 1. Kranichsteiner Schleppjagd mit den Beagles der Vogelsberg-Meute war ein voller Erfolg.

Es ist dem Ehrenjagdherrn, Konsul Bernd O. Ludwig, zu verdanken, dass nach vielen Jahren auf Kranichstein wieder eine Schleppjagd stattgefunden hat. Sie wurde zum gesellschaftlich-sportlichen Ereignis des Jahres. Etwas mehr als 30 Reiter hatten sich zur Schleppjagd angemeldet, die hinter 35 Beagles der Vogelsberg-Meute der Fährte nachritten, die Jagdherr Ernst von Schwerdtner gelegt hatte. Und Petrus spielte auch mit. Bei idealem Wetter erfuhr diese jagdliche Tradition auf Kranichstein eine Renaissance.

Veranstalter waren das Hotel Jagdschloss Kranichstein und die Vogelsberg-Meute e. V.. Die Schirmherrschaft hatte der Darmstädter Oberbürgermeister Walter Hoffmann übernommen. Die Jagdleitung lag in den bewährten Händen von Prof. Dr. Arnulf Rosenstock, Master of Hounds war Axel Malm. Unterstützt wurde die Schleppjagd vom Darmstädter Reiterverein DRV Kranichstein und der Stiftung Hessischer Jägerhof.

Nach der sehr stimmungsvollen Hubertusmesse im Parforcehof des Jagdschlosses Kranichstein, musikalisch begleitet von der Rallye Trompes Moselle-Sarre, ging die Jagdgesellschaft zum Jagdzeughaus, wo Reiter und Beagles-Meute, die ihrer Aufgabe „entgegenbellte“, noch auf den Abritt auf die 17 Kilometer lange Jagdstrecke zum Oberfeld warteten. Dann war es soweit. Die Reiter in roten, grünen und schwarzen Röcken und die inzwischen aufgeregten Beagles, die von ihrem Herrn mit einem Peitschenschlag in die Luft in Schach gehalten wurden, warteten auf ihr Zeichen zum Start. Die Bläsergruppe des DRV schließlich gab das musikalische Signal. Keiner war mehr zu halten. Unter lautem, fast freudigem Geläut lief die Meute hinter Ernst von Schwerdtner her, die Pferde folgten ebenso stürmisch.

Inzwischen hatten sich auch die begleitenden Gäste in Wagen der Mercedes-Benz Niederlassung Darmstadt auf „ihre“ Fährte begeben. An sechs verschiedenen markanten Punkten stiegen sie rechzeitig aus, um Hunde und Reiter hautnah auf ihrer Schleppjagd zu erleben. Georg Diehls vom Jagdkollegium und selbst ein erfahrener Reiter gab an jedem Stopp ausführliche Erläuterungen zur Schleppjagd, so dass die nicht reitenden Gäste hinreichend über Regeln und Gepflogenheiten informiert wurden. Und dann – man sah sie noch nicht, aber man vernahm sie: Das Geläut der Beagles – so wird das Bellen der Hunde auf der Jagd genannt – und das Herantraben der Pferde. Der Boden vibrierte, manch einer der kleinen quirligen Vierbeiner nahm schnell einen Schluck aus einer Pfütze, die bereitgestellten Wassernäpfe ließen sie Wassernäpfe sein und liefen in hohem Tempo weiter. Schnell waren Reiter, Pferde und Hunde an den Zuschauern vorbei, immer der Fährte hinterher, die Ernst von Schwerdtner gelegt hatte. 

Es war ein wunderbares Bild, wenn man sie nur kurze Zeit später auf der anderen Seite des Feldes weiterlaufen sah. Nur zweimal büchste die kleine Meute aus, kam aber sofort auf die Spur zurück. Hatte dort irgendetwas doch noch besser gerochen?

Auf der Domäne Oberfeld hatte das Hotel Jagdschloss Kranichstein zu einem kulinarischen Zwischenstopp eingeladen. Bei herzhaften Schmankerln und Getränken gab es für alle eine Verschnaufpause, bevor Reiter, Pferde und Hunde schon wieder ihrem Ziel entgegenfieberten. Die Polizei regelte den Verkehr bei der Straßenüberquerung, und auch die Helfer des Deutschen Roten Kreuzes standen für eventuelle Verletzungen bereit.

Auf dem Feld in unmittelbarer Nähe des Jagdzeughauses war schließlich das Ziel erreicht. Das große Halali wurde geblasen. Reiter und Pferde standen aufgereiht um die Beagles, die auf ihr Curée warteten. Und dann gab es endlich den ersehnten Pansen, das Gerangel und Gezerre um ein Stückchen von dem Leckerbissen war für alle köstlich anzusehen, fast so köstlich wie die wohlverdiente Mahlzeit für die kleinen Vierbeiner. Auch die Reiter gingen nicht ungeehrt vom Feld. Sie erhielten aus der Hand von Annette Ludwig die Brüche, einen Eichenzweig, den sie sich an das Revers oder an die Tasche steckten, nicht erwartend, dass sich manches schlaue Pferd das leckere Grünzeug einfach stibitzte.

Die offizielle Schleppjagd, die alle begeistert hatte, war vorbei. Den Abschluss im Parforcehof bildete eine Präsentation eines dreijährigen Steinadlers und eines Falkens. Der Falkner erläuterte Haltung, Pflege und Erziehung dieser immer seltener werdenden Greifvögel und gab bereitwillig Auskunft auf Fragen der wissbegierigen Zuschauer.

Kulinarisch fand die 1. Kranichsteiner Schleppjagd ihren Abschluss bei einem Dîner de Chasse, das die Rallye Trompes Moselle-Sarre nicht nur musikalisch zwischen den sechs Gängen umrahmte, sondern auch mit vielen hübschen Anekdoten schmückte. Kein Wunder, dass der Ruf nach der 2. Kranichsteiner Schleppjagd laut wurde. Und die wird folgen – mit Sicherheit.


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