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Voraussetzungen an den Jagdreiter sind zunächst mal ein
klarer Kopf und Konzentration auf der Strecke. Das oberste
Gebot lautet Rücksichtsnahme denn sie trägt wesentlich
zur Unfallverhütung bei. Die Position im Jagdfeld sucht
man sich entsprechend der eigenen Erfahrung und nach
der seines Pferdes. Man sollte von seinem Pferd jederzeit
das Unerwartete erwarten, denn dies entspricht dem charakteristischen
Verhalten von Pferden. Eine gute Dressur- und Springausbildung
sollten selbstverständlich sein. Jeder Reiter muss sein
Pferd in jeder Situation regulieren können. Schliesslich
sollte man über eine ausreichende Kondition verfügen,
die einem erlaubt lange Strecken im leichten Sitz zu
galoppieren ohne zu ermüden. Auf der Strecke hält jeder
die anfangs eingenommene Stelle ein. Auf der Schleppe
wartet man auf das Zeichen des Masters "GUTE JAGD"
bevor man angaloppiert. Im Galopp wird nie überholt,
das führt nur zu Unruhe im Feld und birgt Verletzungsgefahr
für Hunde, Pferde und Reiter. Bitte niemals den Weg
kreuzen um Zusammenstösse zu vermeiden. Man reitet seitlich
versetzt (Strich und Lücke). Das wichtigst ist die Hunde
zu beobachten und Ihnen zu Lauschen. Bei einem Sturz
darf man nicht weiterreiten, bis der Reiter versorgt
wird. Jeder, der an einem gestürzten hilflosen Reiter
vorbeireitet erfüllt den Tatbestand der unterlassenen
Hilfeleistung.
Wichtig ist, mit dem Pferd im
Gleichgewicht zu sein und nicht vor oder hinter die
Bewegung zu kommen. Ein weiterer Tipp lautet "nicht
Knieschluss
sondern Wadenschluss".
Der vielleicht wichtigst Ausrüstungsgegenstand
ist eine splittersichere Kappe mit 3- oder 4-Punkt Befestigung.
Die Radfahrer haben es uns Reitern vorgemacht, hier
hat sich eine Mode entwickelt, so dass kaum noch ein
Radfahrer oben ohne zu sehen ist. Zylinder oder Melonen
gibt es übrigens auch mit integriertem Sturzschutz.
Der Jagdrock ist in der Regel lang und sollte erst eine
Hand breit oberhalb des Knies enden. Das hält im Herbst
und Winter schön warm. Als Farbe trägt der Herr in der
eigentlichen Saison im Herbst und Winter Rot, Schwarz,
Blau, Grün oder Tweed.
Damen tragen nach landläufiger Meinung nicht Rot, wer immer die Herkunft dieser
Regel kennt teile sie mir bitte mit. Der rote
Rock wird nicht im Frühjahr oder der
Vorsaison getragen werden. Den roten Jagdrock tragen nur erfahrene Jagdreiter,
frühestens nach dem 10 Ritt im ersten Feld hinter Hunden
ist eine geläufige Regel. Unter dem Jagdrock trägt man
eine Weste. Die Reithose sollte weiß oder hellbeige sein.
Die Stiefel sind Schwarz, bei Herren mit braunen Lederstulpen.
Das rührt daher, dass die Stiefel früher über die Knie
reichten und zwischendurch heruntergeschlagen wurden,
so kam dann das hellere Futter zum Vorschein. Das Hemd
ist Weiß, dazu trägt man ein
Plastron
(hier klicken und Sie finden eine Anleitung zum Binden des
Plastrons)
mit schmückender Plastronnadel. Bitte tragen sie nur dieses und keine Vorgefertigten
oder eine Schlips. Das traditionelle Plastron kann als
Verband, als Hundeleine und als Flickzeug für Leder
dienen. Ausserdem ist es sehr kleidsam und hält an kalten
Tagen schön warm. Die Handschuhe sollten weiß sein.
Diese Regeln gelten aber nur für die allgemeine Reitjagd
in Deutschland. Im Ausland haben viele Equipagen eigene
Kleiderordnungen. Als Gast sollte man in England, Irland,
USA und Frankreich niemals einen roten Rock tragen.
Aus Sicherheitsgründen ist auf
jeden Fall eine Sturzweste empfehlenswert. Es gibt für
einen Geländereiter zwei Hauptursachen für tödliche
Verletzungen: das Schädel-Hirn-Trauma oder einen Rippenbruch
bei dem ein Bruchende eine Lunge durchspiesst und diese
dabei kollabiert. Man kann nur hoffen, dass die Hersteller
hier bald bessere Produkte auf den Markt bringen.
Sporen kann man tragen aber nicht
zum Stelldichein oder zum Schüsseltreiben. Die Hetzpeitsche
mit Lederschlag ist übrigens den Mastern und Pikören
von Meuten vorbehalten. Piköre die nicht im Einsatz
sind wickeln ihren Schlag auf.
Man kann übrigens zwei Arten von
Jagdreitern beobachten, solche in Englischer und solche
in Französischer Tradition. In England jagd man um
zu reiten, der Ritt, die Strecke und die Hindernisse
stehen im Mittelpunkt. In Frankreich reitet man um zu
jagen, das Pferd ist blosses Vehikel um die Hunde beobachten
zu können.
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