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Gedichte

 

 

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Zum Hunde

    Vom alten Jagdhunde

    Ich halt von einem Jäger nicht viel,
    der den alten Hund nicht bedenken will,
    daß er in seinen jungen Tagen
    hat gejagt nach all seinem Behagen.
    Die Welt hat noch gar viel der Jäger,
    auf ihren Vorteil sind's gute Pfleger:
    solang sie ein's genießen mögen,
    tun sie ihm zeimlich Ehr erzeigen;
    wenn er aber nicht mehr kann nützen,
    so läßt man ihn dahinten sitzen.

Burkard Waldis, 1548

 

    Grabschrift auf einen Leithund

    Hier ruht ein Hund, der offenbar
    viel klüger als der Jäger war.

Wildungen 1797

Jagd

Hörnerklänge, Hundeläuten, Pferdewiehern, Peitschenknall
Herbstlaubknistern, Morgennebel; Frostwind zaust den Sonnenstrahl
Fest gesattelt! Aufgesessen! Stelldichein und Reitergruß!
Spürst Du´s auch? Das ist mein Leben, daß ich in den Sattel muß.

 

Aufgalopp zur ersten Schleppe; Hunde, Pferde fiebern los.
"Gute Jagd" hallt´s durch die Reihen; dieser Jagdtag wird famos.

 

Über Stoppelfeld und Gräben; festen Sitz und weiche Hand.
"Sieh, mein treuer Galoppierer, vor uns liegt Jagdreiterland.

 

Hunde weisen uns die Schleppe; Hörner klingen uns voran;
über Tennen und durch Pferche, Wasser, Wiesen, dichten Tann.

 

Reh und Hirsch, die wir vergrämen; Hase, der die Blume zeigt;
seid getrost, wir sind auf Hering; Diana selbst beschützt Euch heut´.

 

Schlußgalopp und Handschuhwinken; Halali und die Curee;
Waidmannsheil und Händedrücken; ein grüner Bruch steckt am Revers.
Manches Hindernis genommen; lange Meilen galoppiert:
war ich Dir Dein guter Reiter oder hab´ ich Dich ruiniert?
Hörnerklang, Hundeläuten, Pferdewiehern, Peitschenknall,
Herbstlaubknistern, Morgennebel. Jagdluft weht durch uns´ren Stall.

Dr. Harald Mayer, Oktober 1987

 

Die Pferde

    Mit Ihren Nüstern blasen sie im Schreiten
    Vom Gras hinweg den Staub der Zeiten.
    Über den Hügel hin zur blauen Bucht
    geht flatternd ihrer schwarzen Mühne Flucht.
    Ihr Antlitz schwankt im stillen Wasserspiegel
    Vom Mond gehascht mit silberblanken Zügel.
    Der eigene Schatten macht sie schreckhaft schnaufen;
    die Nacht durchdämmern sie, um froh im Tag zu laufen.

Sergej Tessenin

 

Berühmte Aussprüche

    Und wenn Du die Kunst der Dressur beherrschst
    und bist ein Meister der Hohen Schule
    und wenn alle reiterlichen Weisheiten in deinem Hirn gespeichert wären
    und hättest nie nach heißem, kühnen Jagdritt den grünen Bruch empfangen
    dann wäre Deine ganze Weisheit eitel Stückwerk

Graf Wrangel

 
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